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Sozialpartner­schaft/GAV

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Delegiertenversammlung

Die Delegierten von JardinSuisse bekennen sich zu einem flexiblen Altersrücktritt im Garten- und Landschaftsbau

8. März 2019

Medienmitteilung

Aarau, 8. März 2019 – Der Unternehmerverband JardinSuisse arbeitet mit seinem Sozialpartner Grüne Berufe Schweiz GBS seit langem an einem Modell für einen flexiblen Altersrücktritt (FAR). Die Delegiertenversammlung, das oberste Entscheidungsorgan des Verbandes, hat am 6. März 2019 entschieden, dass das Projekt für einen Gesamtarbeitsvertrag für einen flexiblen Altersrücktritt GAV FAR umgesetzt werden soll.

Die Arbeit im Garten- und Landschaftsbau ist körperlich äusserst anstrengend. Forderungen nach einem flexiblen Altersrücktritt im Garten- und Landschaftsbau wurden von der Seite der Arbeitnehmerorganisationen wie auch von JardinSuisse Mitgliedern seit längerem laut.


Sicheres Modell für alle Betriebe

Die Sozialpartner haben ein Modell entwickelt, welches auf dem Kapitaldeckungsverfahren basiert. Jeder Arbeitnehmer hat somit ein individuelles Konto bei einer Pensionskasse, was das Modell flexibel und auch sicher macht. Das Ziel des GAV FAR soll sein, dass Arbeitnehmer zwei Jahre früher die Pension antreten können oder ab 5 Jahren vor der Pension ein reduziertes Pensum bestreiten können. Damit für alle Betriebe dieselben Bedingungen gelten, wird der GAV FAR für allgemeinverbindlich (AVE) erklärt. 

 

Klare Zustimmung der Mitglieder und Delegierten

Die Einführung eines GAV FAR bedeutet für alle Unternehmer einen nicht zu unterschätzenden finanziellen Aufwand. Dementsprechend wichtig war es dem Zentralvorstand von JardinSuisse, dass die Entscheidung nicht überstürzt getroffen wird. In einem ersten Schritt wurden die Mitglieder mittels Umfrage nach ihrer Meinung gefragt, wobei sich gut zwei Drittel für einen FAR aussprachen. In einem zweiten Schritt wurde das Thema – teilweise äusserst kontrovers – an den Generalversammlungen aller 21 Regionalsektionen diskutiert. Als Resultat ergab sich, dass sich ca. ein Drittel aller Regionalsektionen gegen einen FAR aussprachen während ungefähr zwei Drittel dafür waren. An der Delegiertenversammlung vom 6.März 2019 im Hotel Bellevue in Bern stimmten die Delegierten der Regionalverbände sowie der Fachsektionen über den GAV FAR mit AVE ab und nahmen das Model mit 43 zu 21 Stimmen (eine Enthaltung) an.

 

Umsetzung hängt von den Quoren ab

Der Sozialpartner Grüne Berufe Schweiz wird an seiner Generalversammlung im März ebenfalls über die Einführung des GAV FAR abstimmen.  Es besteht das Ziel, den FAR mit AVE auf Beginn 2020 umzusetzen, wobei für die Allgemeinverbindlichkeitserklärung durch den Bundesrat die nötigen Quoren nachgewiesen werden müssen.  JardinSuisse wird alles daransetzen, dass diese erreicht werden, um den Mitarbeitenden im Garten- und Landschaftsbau eine gute Lösung bieten zu können.   

 

Ansprechperson:

Carlo L. Vercelli, Geschäftsführer JardinSuisse, Tel. 044 388 53 11 / 079 666 59 81, c.vercelli@jardinsuisse.ch

Sozialpartnerschaft in der Grünen Branche

GAV_Mark
Die Grüne Branche ist eine Branche, die nicht direkt mit anderen Branchen verglichen werden kann. Im Zentrum der Arbeit steht die Pflanze mit ihren Ansprüchen. Die Arbeit ist, ähnlich wie die der Landwirtschaft, stark abhängig von der Saisonalität. 

Auf nationaler Ebene besteht ein Gesamtarbeitsvertrag GAV. Er ist das Produkt einer Reihe von vorausgegangenen GAV. Der erste GAV in der Branche wurde bereits im Jahr 1943 zwischen den Vorgängerorganisationen der heutigen Partner abgeschlossen. Sozialpartner sind die Arbeitnehmerorganisation Grüne Berufe Schweiz GBS und der Unternehmerverband Gärtner Schweiz, JardinSuisse.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der GAV zu einem modernen Vertragswerk entwickelt. Er berücksichtigt die besonderen Gegebenheiten der Branche. Unsere Branche ist geprägt von der Pflanze. Sie steht im Mittelpunkt der Tätigkeit. Dies erfordert beispielsweise Flexibilität der Arbeitszeit. 
Die Sozialpartner sind sich bewusst, dass sich die Interessen der Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden nicht immer decken. Wichtig ist aber, dass die Parteien gewillt sind, für beide Seiten im GAV akzeptable Lösungen zu finden. Damit sichern die Partner Arbeitsplätze, schützen die Arbeitnehmenden und ermöglichen den Arbeitgebenden am Markt zu bestehen. 

In verschiedene Regionen, wo die Voraussetzungen gegeben sind, gelten Gesamtarbeitsverträge mit Allgemeinverbindlichkeit.

Gesamtarbeits­verträge im Garten- und Landschaftsbau in der Schweiz

In der Schweiz gibt es verschiedene Gesamtarbeitsverträge für den Garten- und Landschaftsbau. Mit diesen Verträgen ist die gesamte Schweiz abgedeckt. 

Kantone Baselstadt und Baselland

Sozialpartner sind Grüne Berufe Schweiz und Gärtnermeisterverband beider Basel. Der Vertrag ist allgemeinverbindlich.
Gesamtarbeitsvertrag BS/BL

Kanton Tessin

Sozialpartner sind OCST (Organizzazione Cristiano Sociale Ticinese) und JardinSuisse Ticino. Der Vertrag ist allgemeinverbindlich.
Gesamtarbeitsvertrag TI

Kanton Waadt

Sozialpartner sind Unia und JardinSuisse Vaud. Der Vertrag ist allgemeinver-bindlich.
Gesamtarbeitsvertrag VD

Kanton Wallis (Französisch sprechender Teil) 

Sozialpartner sind SCIV (Les Syndicats Chretiens Interprofessionnels du Valais) und JardinSuisse Valais. Der Vertrag ist allgemeinverbindlich.
Gesamtarbeitsvertrag VS

Kanton Genf

Sozialpartner: SIT, Syna, Unia und JardinSuisse Genf. Der Vertrag ist allgemeinverbindlich.

Gesamtarbeitsvertrag GE

Übrige Kantone der Schweiz 

Der «Gesamtarbeitsvertrag für die Grüne Branche» regelt die Arbeitsbedingungen   aller Betriebe der Deutschschweiz und der Romandie, die beim Arbeitgeberverband JardinSuisse angeschlossen sind. Damit sind rund 70% der Mitarbeitenden in diesen Regionen diesem GAV unterstellt. 

Paritätische Kommission

Die paritätische Kommission der Sozialpartner des Gesamtarbeitsvertrages für die Grüne Branche (GAV) setzt sich aus Vertretungen von je drei Arbeitgebenden von JardinSuisse und drei Arbeitnehmenden von Grüne Berufe Schweiz zusammen.

Die paritätische Kommission hat den Auftrag, sämtliche nötigen Massnahmen für den Vollzug des GAVs zu treffen. Besteht der Verdacht oder liegt eine Meldung bezüglich des nicht Einhaltens des GAVs vor, hat die paritätische Kommission das Recht, Kontrollen durchzuführen.

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