Sortimentsgestaltung und Marktverhältnisse
Die Sortimentsgestaltung wird weitgehend von der Kundenstruktur einer Baumschule bestimmt. Sehr viele Baumschulen bedienen in erster Linie Gartengestalter aus der näheren Region und eine anspruchsvolle Privatkundschaft. Sie müssen deshalb über ein entsprechendes Sortiment verfügen, wenn sie die verschiedenen Kundenwünsche befriedigen wollen. Das Sortiment jener Baumschulen, die sich auf die Belieferung von Gartencentern ausgerichtet haben, ist tendenziell schmäler. Zur Ergänzung der Sortimente besteht ein reger Handel zwischen den Baumschulen.
Das Qualitätsniveau wird allgemein als hoch anerkannt. JardinSuisse fördert zudem gezielt eine gute Qualität. So bestehen spezielle Qualitätsbestimmungen. Die Qualitätsbestimmungen sind auch von den einschlägigen SIA-Normen anerkannt und gelten damit als Standard für die Pflanzenqualität in der Schweiz.
Das Sortiment unterliegt einem steten Wandel. Zurzeit sind eher Pflanzen gefragt, auf welche die Bezeichnung 'natürlich' nahe kommt. Das sind vor allem Laubgehölze - und bei diesen vor allem die Blütensträucher und Alleebäume - sowie Schling- und Kletterpflanzen. Ganz hoch im Kurs sind zudem die Wintergarten- und Kübelpflanzen, und wieder stärker nachgefragt werden die Rosen, besonders die beliebten Kletterrosen. Rückläufig ist dagegen der Markt für Nadelgehölze und Obstgehölze.
In der Sortimentsgestaltung sind regionale Unterschiede deutlich festzustellen. In der West- und Südschweiz spielen Nadelgehölze im Ziergehölzesortiment eine grössere Rolle als in der deutschen Schweiz. Auch Rosen erfreuen sich dort einer grösseren Beliebtheit, im Gegensatz zu den Stauden, welche erst in jüngerer Zeit eine Nachfrage entstanden ist.
Eine bedeutende Kundenkategorie sind die Privatkunden. Die vielen Detailkunden haben verschiedene Baumschulen veranlasst, ihrem Betrieb ein Gartencenter anzugliedern. Auch anderweitig sind verschiedene Gartencenter entstanden.
Einige Baumschulen und Staudengärtnereien beliefern regelmässig Gartencenter mit einem aktuellen und gut präsentierenden Angebot von Pflanzen. Ein weiterer Absatzweg geht über Grossverteiler, darunter Migros und Coop, welche die Gehölze teils in den eigenen Gartencentern, teils vor Verkaufsstellen oft in zeitlich begrenzten Aktionen absetzen.
Eine weitere Kundengruppe sind die Stadt- und Gemeindegärtnereien. Bei den Obstbaumschulen und den Produzenten von Beerensträuchern können die Landwirte als Kunden eine beachtliche Rolle spielen. Diese beziehen die Pflanzen zur erwerbsmässigen Obst- und Beerenproduktion.
Baumschulen sind in der Lage auch noch die ausgefallensten Kundenwünsche zu erfüllen und den verschiedensten Kundenkategorien ein aktuelles, bedarfsgerechtes Sortiment an Pflanzen anzubieten.
Andres Altwegg
Fachabteilung Produktion Baumschule
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a.altwegg(at)jardinsuisse.ch
Elke Brülhart
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e.bruelhart(at)jardinsuisse.ch
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